Von der Uni ins Unternehmertum – warum drei Studenten ein technologisches Industrieunternehmen gründeten (Teil 3)

In unserer Mini-Serie haben wir die drei Geschäftsführer der solvimus GmbH interviewt.
Im ersten Teil und zweiten Teil gaben uns Thomas Brand und Remo Reichel bereits einen kleinen Einblick in die Gründungsgeschichte und verrieten, wieso die Gründung eines eigenen Unternehmens der absolut richtige Schritt war. Im dritten Teil beantwortet Sebastian Bauer, ebenfalls technischer Geschäftsführer, unsere Fragen zur Gründung aus seiner Sicht.

 

Wie entstand der Gedanke schon während des Studiums zu gründen?

Bereits vor dem Studium war in meinem Kopf der Gedanke, dass ich gern meine eigene Firma gründen wollte – allein die Idee fehlte mir noch. Dann fand die berühmte Skatrunde statt und ich sagte mir: „Da bin ich dabei“. Ich glaube, man wird als Unternehmer geboren und hier kam der Gedanke, zu gründen. Und wir hatten die passende Idee und das richtige Team für dieses Vorhaben.

 

Welche Hürden gab es?

Hürden an sich hatten wir aus meiner Sicht kaum. Intuitiv haben wir viele Dinge richtig gemacht. Darüber bin ich auch sehr froh. Zum Beispiel haben wir unsere Kompetenzen aufgeteilt, Herr Brand kümmert sich um den kaufmännischen Bereich, Herr Reichel und ich sind für den technischen Bereich verantwortlich. Was tatsächlich eine Herausforderung war, auf die einen das Studium nicht vorbereiten konnte, war zum ersten Mal richtig abzuliefern. Das hieß: Praxiserfahrung zu sammeln, Routinen zu erarbeiten, sich selbst weiterzuentwickeln und so besser zu werden. Überhaupt ist Weiterentwicklung sehr wichtig für Unternehmer und Unternehmen.

 

Die ersten Angestellten – was für ein Gefühl war das?

Ich empfand es, wie meine Mitgründer, als große Verantwortung. Natürlich waren der Erfolg und die Freude über das Wachstum sehr groß. Besonders, weil man auch dem ein oder anderen Zweifler damit demonstrierte, dass man sich den Erfolg erarbeitet hat.

Interessant und persönlich spannender fand ich, verschiedene Persönlichkeiten zusammenzubringen, auch wenn dies manchmal eine Herausforderung war. Auch hier ist die persönliche Weiterentwicklung wichtig, um der Verantwortung für die Mitarbeiter gerecht zu werden. Zum Beispiel sich von jemanden zu trennen, wenn derjenige nicht zu Team und Aufgaben passt. Sowas macht man immer ungern, aber diese Verantwortung hat man seinen anderen Mitarbeitern gegenüber.

 

Die Gründung aus heutiger Sicht – nochmal genauso oder vielleicht gar nicht?

Hier schließe ich mich meinen Kollegen an. Im Nachhinein weiß man vieles besser. Im Grunde würde ich aber nur Details ändern. Ich bereue die Entscheidung nicht, mich mit Freunden selbständig gemacht zu haben, weil wir die Dinge glücklicherweise sehr gut gelöst haben. Das freut mich einfach und ich bin zudem auch stolz auf das, was wir geschafft haben.

 

Was treibt das Team von solvimus an?

Ich glaube es ist, wie bei mir auch, der Spaß an der Arbeit, an Ideen und Lösungen zu tüfteln und einem Kunden völlig neue Möglichkeiten zu eröffnen. Besonders sind auch die interessanten Aufgaben und die netten Kollegen. Dabei geht es nicht nur um individuelle Lösungen für Kunden, sondern auch für unsere Mitarbeiter, beispielsweise bei der Organisation des Familienalltags. Dass wir gemeinsam etwas erreichen, spüren, so glaube ich, alle und das treibt das Team auch an.

 

Ganz persönlich – was macht solvimus zu etwas Besonderem?

Ganz klar: das Team. Wir ergänzen uns fantastisch. Es herrscht eine große Vertrautheit. Ich persönlich mag einfach die angenehme Atmosphäre im Büro, die netten Kleinigkeiten, wie gemeinsames Essen, Team-Events, der Kaffee mit Kollegen in der Küche, die ergonomischen Schreibtische. Da gibt es unzählige solcher Punkte und der enorme Zusammenhalt. Das treibt mich persönlich auch an und motiviert mich jeden einzelnen Tag.

 

Was braucht ein Gründer aus Ihrer Sicht für eine erfolgreiche Unternehmensgründung?

Den Mut, sich etwas zu trauen. Damit meine ich auch, sich trauen, Fehler zu machen. Denn ich persönlich finde, gar nichts zu tun ist schlimmer als Fehler zu machen. Aus Fehlern lernt man und im besten Fall macht man jeden Fehler nur einmal. Ansonsten braucht es, wie Herr Reichel schon sagte, neben Mut auch Durchhaltevermögen. Natürlich gilt es, zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Da haben wir es wieder, Weiterentwicklung .

 

Was würden Sie jungen Gründern oder Studierenden, die gründen wollen, mitgeben?

In jedem Fall sollte man keine Angst haben, Fragen an erfahrene Unternehmer zu stellen. Oft besteht die Angst, dass eine Idee adaptiert wird, das kann ich auch gut verstehen. Aber in den meisten Fällen ist das nicht so essenziell wie die richtigen Fragen zu stellen und von den Praxiserfahrungen zu profitieren. Natürlich braucht es zu einem guten Berater auch ein gewisses Vertrauensverhältnis. Ein weiterer guter Punkt ist, nicht nur Fragen zu stellen, sondern die eigene Idee danach auch zu reflektieren. Deshalb ist ein erfahrener Berater so wichtig, denn die Gefahr Probleme zu übersehen, ist meiner Ansicht nach viel größer, als dass die Idee übernommen wird.

 

Kurzporträt:

Sebastian Bauer ist begeisterter Musiker und spielt Saxophon in einer Jazzband. Wie seine beiden Mitstreiter ist er 41 Jahre jung, dreifacher Familienvater und Unternehmer durch und durch. Er ist sportlich aktiv und berät Studierende der TU Ilmenau regelmäßig bei Fragen zum Thema Gründung. Dabei fasziniert ihn der Ideenreichtum, gepaart mit dem Wunsch, etwas zu erschaffen.

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